Der Kakao der Kichwa, von der UNESCO Biosphäre Sumaco

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Im chakra genießt der Sohn eines Kakaubauern an einer Schote. Das weiße Fleisch ist köstlich, cremig süß.

Fairer Handel, wie er sein sollte. In Ecuador reisten wir in den Amazonas und besuchten die landwirtschaftlichen Betriebe der Kichwa. Hier kommen die Kakaobohnen für Kuná her. Natur pur – ehrlicher und organischer geht es nicht! Obwohl sich der Wahrheitsgehalt schnell verliert, haben Gütezeichen wie Max Havelaar/Fair Trade und Utz von der Rainforest Alliance gute Dienste geleistet, im Hinblick auf ihren sozialen Nutzen. Wir, die Verbraucher scheinen bewusster geworden zu sein. Aber was wirklich zählt, ist Transparenz in dem Zusammenhang. Und die fehlt oftmals.

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Sana

Sana 1

Von Quito aus fahren wir mit Luis über die Anden zum Amazonasbecken.
Hier sind die Leute sana“, sagt er, als wir die Spitze erreichen und wieder hinunterfahren. Man könnte meinen, durch die Alpen zu fahren, nur mit anderen Bäumen und Pflanzen.
Meinst du, sie sind gesund?“ versuche ich mir „sana“ zu erklären.
Auch. Aber sie leben meist in Harmonie. Es gibt auch kaum Verbrechen. Es ist die Natur.“

Chakra: Im Einklang mit der Natur

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Luis Leon produziert Schokolade unter dem Namen Kuná. Der Kakao kommt von der Kichwa Kooperative Wiñak (das heißt: Fortschritt und Entwicklung). Die Kichwa verfolgen eine für uns Westler ungewöhnliche Landwirtschaftsmethode, die sie chakra nennen. Natur pur. Nennen Sie es einen essbaren Waldgarten oder schiere Polykultur – im Gegensatz zu den westlichen Monokulturen. Alles – Bäume, Sträucher, Stauden und Kräuter – scheinbar willkürlich gewachsen, ist ein gesunder, ganz urtümlicher (Urwald-) Lebensraum. Daraus nimmt man, was reif ist und was man braucht. Die Kichwa beuten den Boden nicht aus, sie wollen mit dem Chakra-Anbau im Einklang mit der Natur leben.

Kichwa ist eine der ursprünglichen Populationen von Ecuador. Sie kennen eine große Form der Autonomie und haben ihre eigenen Regeln und Gesetze.
Das Kichwa-Wortchakra hat also nichts mit der asiatischen Sicht des menschlichen Energiekörpers zu tun.

Im Film erklärt Fredy, was ein chakra ist. Luis Leon übersetzt ins Englische.
kaart sumaco
Gelb ist die Unesco Biosphäre, Rosa der geschützte Wald/Dschungel, grün ist der Nationalpark . A ist Archidona, T der Ort Tena und der Pfeil über Santa Rita ist einer der beiden Kichwa Gemeinden, die wir besuchen

Von Quito nach Archidona, wo sich die Asociación Wiñak befindet, ist es eine dreistündige Autofahrt. Die Straße ist gut und besteht meistens aus zwei Fahrspuren. So freuen wir uns, wenn wir 60 Stundenkilometer fahren. Archidona liegt in der UNESCO Biosphäre Sumaco und nicht weit von der Sumaco Parque Nacional entfernt. Der Fluss Tena, der längste in Ecuador, ist die Lebensader dieser Gegend. Im Büro finden wir Fredy Shihuango, den Leiter der Genossenschaft und Pedro, seinen engsten Mitarbeiter. Fredy erklärt, was die Genossenschaft für die teilnehmenden Kichwa aus der Umgebung tut.

Die Asociación Wiñak ist eines von vielen Beispielen einer guten Initiative, um im Amazonas Beschäftigung zu gewährleisten. Ausweglose Situationen drängen die Menschen in die Städte. Und es stellt sich heraus, dass das Leben dort nicht viel besser ist.

211 Familien, 4000 Menschen

fermentatiekisten

Wiñak kauft und verarbeitet die geernteten Kakaobohnen der Kichwa Familien. Sie sortieren sie; die schlechten Bohnen gehen an Käufer für Massenschokolade; fermentieren (Foto: Fermentationskisten) und trocknet sie. Fertig, um daraus Schokolade zu machen. Sie unterstützt die teilnehmenden Bauern und bieten Ausbildung und Schulungen an. Auch Kleinstkredite werden vergeben. Der Ehrgeiz den besten nacional Kakao aus Ecuador zu produzieren, ist dabei von höchster Priorität.

In Ecuador liegt der Marktpreis für Kakaobohnen derzeit (Dezember 2013) bei 80 USD. Dass zahlen die ufer den Kleinbauern. Wiñak zahlt seinen Mitgliedern 105 USD pro Zentner, was 30% über dem aktuellen Preis ist.

Die Währung von Ecuador ist der US-Dollar, der USD, der $.
Kakao und eventuell andere Produkte werden pro Quintal (Zentner) abgewickelt. Das sind 100 lbs (Libras, englisches Gewicht Pfund) und das ist über 45 kg.

Unzertifiziert biologisch

Ecocert met kruis

Da die Genossenschaft auch Geld benötigt, um seine eigenen Kosten zu decken, werden die schönen, biologischen Bohnen zu einem höheren Preis an Dritte (Kuna) verkauft.
„Ich zahle ihnen zwischen $ 180 und $ 200 pro Zentner“, sagt Luis [ 2021: 4,50-4,80 pro kg]
Man kann sagen, dass Kakaobohnen von einer Unesco Biosphäre per Definition biologisch sind.
Fredy zeigt den letzten Ecocert Bericht aus 2012: In der Tat, sie sind biologisch zertifiziert. Aber nicht im Jahr 2013.
„Das würde mich fünftausend Dollar pro Jahr kosten. Das können wir nicht zahlen. Wir können das Geld besser nutzen.“, erklärt Fredy.

Luis Leon sagt uns, dass er versucht, etwas zu regeln. Er hat auch einen Bananenbetrieb. Vielleicht kann man beides zusammenfügen.
Die Asociación Wiñak arbeitet in Archidona. 211 Familien, die in den Gemeinden (kleine Dörfer) in der Nähe leben, zählen zu den Mitgliedern. Viertausend Menschen profitieren direkt und indirekt von der Zusammenarbeit in Wiñak.

[Mittlerweile ist die gesamte Lieferkette ab 2015 BIO zertifiziert]

Im Film erklärt Fredy was die Asociación Wiñak für die Bevölkerung bedeutet. Luis Leon übersetzt ins Englische.
Kichwa - stenen -  ingetekend aap (Small)

„Siehst du das? Ein Affe.“, sagt uns Fredy. Hier haben wir Wink mit grünen Linien hervorgehoben, so dass Sie es besser sehen.

Wir besuchen auf zwei Tage verteilt zwei chakra zweier Kichwa Gemeinden. Dort gibt es große Felsbrocken, in die die Menschen seit Jahrhunderten Zeichnungen einritzen. Jedes Mal, wenn jemand seine oder ihre chakra besucht, werden die Rillen gereinigt und der Stein(als Vermittler mit den Göttern) wird um Erlaubnis gebeten, das Land zu bestellen.

Im Film erklärt Fredy die Bedeutung der Steine. Luis Leon übersetzt ins Englische.

„Wann sind diese Zeichnungen eingekratzt worden?“ fragen wir Fredy.
Er denkt darüber nach und sagt: „Viel länger her als wir denken können.Wir begreifen, dass es sehr alt ist.

Kichwa: Leben in der Gemeinschaft

kichwa gemeenschap

Eine Kichwa Wohngemeinschaft ist ein Dorf, wie wir es kennen. Zwanzig, dreißig Häuser stehen um einen zentral begrünten Bereich. (Man liebt Volleyball.) Darüber hinaus gibt es ein Gemeinschaftshaus und eine Schule. Was das anbelangt unterscheiden sich die Dörfer nicht viel von unseren; brink in den Niederlanden, common (green) in England, Anger in Deutschland. Früher wurden die Kichwa Häuser aus Holz gebaut und standen auf Stelzen, um sich vor giftigem Ungeziefer zu schützen. Heute bestehen sie mehr und mehr aus Stein. Für uns, als Besucher, sieht das nicht sehr attraktiv aus, aber das abholzen von Bäume ist beschränkt, weil es u.a. nicht mehr genug Holz gibt.

Chakra

Wir werden von einer Mutter und Tochter begrüßt, mit zwei Kindern. Als Begrüßungsgetränk bekommt jeder von uns eine große Schüssel mit chicha de chonta. Chonta ist eine Palme, von der wir schon ziemlich geschmacklose runde Früchte gegessen haben. Eine ganze Wasserschüssel voll wurde uns gereicht, die buchstäblich zu schlucken war. Aber ein Begrüßungsgetränk lehnt man nicht ab.

Chonta kuros (Rhynchophorus phoenicis) ist der Kichwa-Name für die fingerdicken weißen Raupen, die im Regenwald gegessen werden. Sie kommen aus dem Inneren der Chonta-Bäume.

Atemberaubend schön!
Es hat gerade geregnet. Jeden Tag regnet es sicher einmal.
„Höchstens eine Stunde, sagt Fredy. Aber wir müssen im Schlamm Berg abwärts in die Chakra. Wir rutschen und schlittern. Wir folgen dem Weg. Es ist wirklich schön.
Der Wuchs ist enorm; die Mutter läuft mit der Machete voraus. Es gibt immer etwas wegzuschneiden. Und schon bald sind uns die beiden Kichwa Frauen  weit voraus.

Ländliche Beschneidungs-Aktion

Wenn der Dollar eingeführt würde, hätten viele Menschen zu kämpfen. Alles wär viel teurer, sagt die Mutter. Aber wir haben nichts davon bemerkt. Hier haben wir alles, was wir uns wünschen.Man könnte sagen: Weiter so. Haltet die westliche Wirtschaft fern von hier. Aber hier hat man auch einige Ambitionen. Die Regierung von Ecuador hat im Jahr 2013 zwanzig Millionen Dollar für die Beschneidung von Kakaobäumen investiert, damit der Ertrag steigt. Beschneidungs-Teams ziehen durch das Land und schneiden bei denen, die es wollen. Die Landwirte müssen einen ermäßigten Steuersatz zahlen.

Besonderer Kakao

Die nacional ähnelt einem gelben Rugby-Ball. Aber unten im chakra steht ein riesiger Baum. Die Frucht ist runder und so groß wie ein Handball. Fredy hackt sie auf. Sie ist voll mit dreieckigen Früchten. Wir lassen uns erzählen, dass dies die Theobroma bicolor ist, die kleine Schwester des T. cacao, woraus Schokolade gemacht wird. Auch aus der bicolor kann Schokolade gemacht werden, aber es dauert eine sehr viel länger, bevor der Baum Früchte trägt.

Das wollten wir Ihnen sagen.

Dies ist die Gegend, in der der gute Kakao gedeiht. Die Schokolade wird in einer Fabrik in Quito gemacht. (Im Wald ist zu heiß.)

Geht es ehrlicher?

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